Hebammenarbeit im Wandel der Zeit

Es ist der Beruf, mit dem nahezu jeder Mensch als allererstes in Berührung kommt, buchstäblich: Hebammen und Entbindungspfleger. Ihre Arbeit gibt es so lange wie die Menschheit, das Berufsbild seit mehr als tausend Jahren. Der aktuelle Hebammenkurs an der Hebammenschule des Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide hat sich mit der Entwicklung der Hebammenarbeit in den unterschiedlichen Epochen beschäftigt und daraus eine Wandzeitung erstellt.

Im Zuge der theoretischen Ausbildung am KBR steht auch „Berufskunde“ auf dem Unterrichtsplan. Die 16 Schülerinnen des aktuellen Ausbildungskurses haben als Schwerpunkt die Entwicklung der Hebammenarbeit recherchiert, vor allem die Stellung der Hebammen in der Gesellschaft und die politischen Entwicklungen. Die Art der Präsentation war den Auszubildenden freigestellt. Sie haben sich für eine Wandzeitung, die aktuell im Flur zum Kreißsaal ausgestellt wird, um sie für Patienten, Besucher und Interessierte zugänglich zu machen. „Die Wandzeitung und das Projekt sind wirklich spannend – und das nicht nur für die Schülerinnen im Rahmen der Ausbildung“, erklärt die leitende Hebamme im Kreißsaal des Klinikums, Sonja Fehr. „Besonders Frauen, die auf ihre Behandlung warten, schauen sich die Poster an und erkundigen sich gerne über die Entwicklung der Hebammenarbeit.“

Die Wandzeitung veranschaulicht: Das Berufsbild, die Zugangsvoraussetzungen und die konkreten Tätigkeiten von Hebammen unterliegen einem stetigen Wandel. Vor 1000 Jahren ging es vor allem um die Weitergabe von medizinischem Wissen und Kräuterkenntnissen. Voraussetzung für den Beruf: Hebammen mussten verheiratet oder verwitwet sein und selbst schon Kinder geboren haben. Im Mittelalter mussten sie das strenge Moralbild der Kirchen umsetzen und zum Beispiel die Geburt unehelicher Kinder melden. Auch medizinische Meilensteine, wie die Einführung der PDA, haben die Hebammenschülerinnen notiert.

Auch heute stehen für den Beruf wieder Veränderungen an: Der aktuelle Kurs an der Hebammenschule des KBR ist der letzte, den es dort geben wird. Denn: Entsprechend einer EU-Richtlinie wird die Ausbildung in ein Studium überführt und damit künftig an Hochschulen stattfinden.

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