Grünes Licht für Ergänzungsbau am Klinikum

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hat der Errichtung eines dreigeschossigen Ergänzungsbaus am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide (KBR) zugestimmt. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes soll die Kinderklinik einziehen, die derzeit in einer Übergangslösung auf dem Gelände des KBR untergebracht ist. Mit dieser Entscheidung schafft die Stadt Bremerhaven Planungssicherheit für das KBR – auch wenn die ursprünglich vom KBR beantragte Umsetzung mit vier Geschossen damit nicht realisiert werden kann. „Mit dieser Entscheidung können wir jetzt die dringend benötigten zusätzlichen Kapazitäten für die medizinische Versorgung von Kindern schaffen“, kommentiert Thomas Kruse, Geschäftsführer des KBR, die Entscheidung des Magistrats. „Die Unterbringung der Kinderklinik im Erdgeschoss hat den Vorteil, dass eine direkte Anbindung ans Haupthaus mit allen notwendigen Funktionseinheiten gegeben ist. Zudem erleichtert dies Patienten die Zufahrt – wichtig, wenn es schnell gehen muss“, so Kruse weiter zur geplanten Umsetzung.

Oberbürgermeister Melf Grantz hebt die Bedeutung dieser Entscheidung für die Stadt Bremerhaven und das gesamte Einzugsgebiet hervor: „Mit der unmittelbaren Anbindung an die Geburtshilfe mit über 2000 Geburten im Jahr und das Perinatalzentrum zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen steht das Mutter-Kind-Zentrum am KBR für eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau in der Region. Deshalb ist die bauliche Anbindung an die zentralen Funktionseinheiten so wichtig.“

Bürgermeister Torsten Neuhoff, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des KBR ist, hat den Beschluss vorbereitet: „Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass Zeitplanung und Finanzierung des Ergänzungsbaus trotz fehlender Finanzierungszusage der Senatorin für Gesundheit eingehalten werden. Dies haben wir durch die Übernahme einer hundertprozentigen selbstschuldnerischen Bürgschaft der Stadt von maximal 31 Millionen Euro sichergestellt. Wir als Magistrat begrüßen die neuen Bauplanungen der KBR-Geschäftsführung und unterstützen diese uneingeschränkt“, so Neuhoff.

Das KBR benötigt die zusätzlichen Räumlichkeiten dringend: Bereits im Mai 2019 war entschieden worden, die damals vom „Ameos Klinikum Am Bürgerpark“ betriebene Kinderklinik zum 1. Januar 2020 in die Verantwortung des KBR zu geben. Die Geschäftsführung des KBR legte der Bremer Senatorin für Gesundheit daraufhin eine entsprechende Planung zur Umsetzung vor. Um diesem zusätzlichen Versorgungsauftrag bereits kurzfristig gerecht werden zu können, sollte zunächst eine entsprechende Übergangslösung errichtet werden. Langfristig wurde die Errichtung eines viergeschossigen Ergänzungsbaus geplant, in dem auch die Kinderklinik ihr endgültiges Zuhause finden sollte.

Trotz fehlender Finanzierungszusage in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro vom Land Bremen für die Übergangslösung setzte das KBR dessen Errichtung zeitnah um und nahm den Betrieb der Kinderklink wie geplant zum 1. Januar 2020 darin auf. Auch die Finanzierung für die Errichtung der Kinderklinik im langfristig benötigten Ergänzungsbau ist weiterhin unklar. Seit Herbst 2019 hatte die Geschäftsführung des KBR die Senatorin für Gesundheit darauf hingewiesen, dass das KBR die endgültige Kinderklinik in dem viergeschossigen Ergänzungsbau nur realisieren könne, wenn die Finanzierungszusage hierfür bis zum Sommer 2020 stehe.

Das KBR hat unterdessen Handlungsdruck: Um den Baubeginn trotz fehlender Finanzierungszusage vom Land Bremen nicht weiter zu verzögern und die Finanzierung des Projektes nicht zu gefährden, entschloss sich die Geschäftsführung des KBR nun, den Ergänzungsbau mit drei statt vier Geschossen umzusetzen. Dieser neuen Planung hat der Magistrat der Stadt Bremerhaven mit seiner Entscheidung vom 7. Oktober 2020 zugestimmt.

In Sachen Finanzierung zeigt sich Thomas Kruse vom KBR weiterhin beharrlich: „Das KBR tritt für diesen Versorgungsauftrag vom Land Bremen nun ein zweites Mal mit Unterstützung des Magistrats finanziell in Vorleistung. Gemeinsam mit den politischen Vertretern wird sich die Geschäftsführung des KBR weiterhin für eine solide Finanzierung der Kinderklinik beim Land einsetzen“, betont Kruse.

Die Errichtung des Ergänzungsbaus soll Anfang 2021 beginnen.

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