Corona-Patientin kann Intensivstation verlassen

Typische Symptome, lange Beatmung und schwerer Krankheitsverlauf: Ärzte des Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide berichten über die erste Patientin, die aufgrund ihrer Corona-Infektion am KBR intensivmedizinisch behandelt werden musste. Sie ist mittlerweile virenfrei.

Bei der Patientin handelt es sich um eine 56-Jährige Bremerhavenerin, die von ihrem Hausarzt mit Verdacht auf Lungenentzündung ans KBR überwiesen wurde. Dass eine Corona-Infektion besteht, haben erst die Ärzte am KBR festgestellt. Die Patientin wurde umgehend auf die dafür vorgesehene Isolierstation gebracht. „Ihr Zustand verschlechterte sich rapide, sodass wir intensivmedizinisch tätig werden mussten“, berichtet der Chefarzt der Intensivmedizin am KBR, PD Dr. Oliver C. Radke.

Die Patientin wurde künstlich beatmet und in Bauchlage gebracht. „COVID-19 verursacht eine schwere Lungenentzündung. Das Lungenversagen muss durch besonders vorsichtige Beatmung und einer Lagerungstherapie behandelt werden, um überhaupt noch ausreichend Sauerstoff in den Körper zu bekommen“, erläutert Olaf Kück, Oberarzt auf der Intensivstation (ITS). Insgesamt 13 Tagen musste die Patientin beatmet werden, was im Vergleich zur Beatmungsdauer bei anderen Erkrankungen relativ lang ist. Mittlerweile konnte sie aber die Intensivstation verlassen und wird, nach einem Zwischenstopp auf der Intermediate-Care-Station des KBR, auf eine Normalstation verlegt. Die Patientin ist inzwischen komplett virenfrei, das haben mehrere Abstriche gezeigt.

Die Patientin war die erste, die wegen einer durch das Corona-Virus ausgelösten Lungenentzündung am KBR behandelt werden musste. „Wir stehen bei der Erforschung der neuartigen Krankheit noch am Anfang. Es gibt bisher weder einen Impfstoff und noch spezifisch wirksame Medikamente gegen COVID-19. Daher bleibt uns nur, den Körper bei der Abwehr des Virus zu unterstützen und schlimmstenfalls die lebensbedrohlichen Symptome mit den Mitteln der Intensivmedizin zu lindern“, so Chefarzt Dr. Radke. „Die Erkenntnisse, die bereits unsere Kollegen im Ausland oder auch in Süddeutschland bei der Behandlung von Covid19-Patienten gemacht haben, können wir bestätigen: Die typischen Symptome Fieber, Husten, Lungenentzündung und die lange Dauer der Beatmung.“

„Wir sind sehr erleichtert, dass wir der Patientin helfen konnten und sie nun auf dem Weg der Besserung ist. Die Intensivmedizin hat der Patientin letztlich das Leben gerettet“, so Kück. Die zu Beginn der Corona-Krise in Rekordzeit erarbeiteten Therapiekonzepte und Sicherheitsstandards haben sich bestens bewährt. Das behandelnde Team auf der Intensivstation sei mit der Situation professionell und konzentriert umgegangen. „Keiner möchte krank werden oder sich anstecken, auch wir nicht.“. Das Arbeiten auf der Intensivstation erfordere auch abseits von Corona besondere Vorsicht. „Wir sind das regelmäßige Arbeiten in Schutzkleidung gewohnt. Der Unterschied in der jetzigen Situation ist, dass wir auch von außen auf die Infektionsgefahr angesprochen werden. Wenn wir ansonsten infektiöse Patienten behandeln, ist das natürlich nicht so. Auch wenn das teilweise weitaus gefährlichere Viren oder Keime sind“, berichtet der Oberarzt.

Der Schutz der Mitarbeiter hat für das KBR oberste Priorität. Das Klinikum setzt bei der Versorgung von Corona-Patienten auf ein noch strengeres Vorgehen als vom RKI vorgegeben. Die Patienten mit nachgewiesener Covid19-Infektion sowie die Verdachtsfälle sind vom restlichen Klinikbetrieb streng isoliert. Sie werden von Pflegekräften und Ärzten ausschließlich in Schutzkleidung (Spezialmasken, Kopfhaube, Handschuhe und Schutzkittel) behandelt.

Die interdisziplinäre Intensivstation des KBR unter Leitung der Anästhesie hat 21 Betten. Ein Team von erfahrenen Intensivmedizinern (Anästhesisten und Internisten) behandelt hier rund um die Uhr die am schwersten erkrankten Patienten aller Fachrichtungen.

Weitere Infos zur ITS: https://klinikum-bremerhaven.de/anaesthesie-intensivmedizin

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