Sie sind hier:
Breites Leistungsspektrum der Inneren Medizin in unserer Klinik
Die Innere Medizin befasst sich mit Gesundheitsstörungen und Krankheiten innerer Organe wie Atmungsorgane, Herz und Gefäße, Verdauungssystem, Niere und Harnwege, Blut und blutbildende Organe oder Stoffwechselorgane. Davon deckt unsere Klinik einen weiten Bereich ab:
Unsere Themenschwerpunkte
Die Allgemeine Innere Medizin umfasst die Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe sowie von Erkrankungen, die sich auf das ganze Organsystem auswirken. Zentrales Element der Abklärung und Behandlung in der Allgemeinen Inneren Medizin ist die interdisziplinäre Vernetzung von Ärzten und Ärztinnen verschiedener Spezialisierungen.
Die Gastroenterologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Erkrankungen des Verdauungstrakts – Speiseröhre, Magen, Darm und damit verbundene Organe wie Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse – beschäftigt.
Ein zentraler Bestandteil der modernen Gastroenterologie ist die Endoskopie (Spiegelung von Hohlräumen im Körper). Mit der Endoskopie kann die Schleimhautoberfläche von inneren Organen wie Magen, Darm oder Lunge beurteilt werden. Außerdem erlaubt eine Endoskopie auch, Proben zu entnehmen, um sie auf Gewebeveränderungen oder Krankheitserreger zu untersuchen. Endoskopische Eingriffe können ebenfalls vorgenommen werden, wie die Entfernung von kleineren Tumoren und von Gallensteinen aus dem Gallengang, die Aufdehnung von Engstellen im gesamten Magen-Darm-Trakt, die Anlage sogenannter Stents sowie die Anlage von Drainagen bei Flüssigkeits- oder Eiteransammlungen.
Die Onkologie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen (bösartigen Tumoren). In unserer Klinik werden schwerpunktmäßig Krebserkrankungen der Verdauungsorgane (Speiseröhre, Magen, Darm, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse), der Lunge und des blutbildenden Systems (Blut, Knochenmark, Lymphknoten) behandelt.
Für den Darmkrebs und den Bauchspeicheldrüsenkrebs haben wir besondere Zentren:
Die drei Hauptsäulen der Behandlung sind die Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie. Die Chemotherapie finden in unserer Klinik statt.
Für die Strahlentherapie ist unsere Klinik für Radio-Onkologie und interventionelle Strahlentherapie zuständig.
Die operative Versorgung findet vor allem in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie statt, je nach Krankheitsbild ggf. auch in den anderen operativen Fächern.
Die Diabetologie beschäftigt sich mit der Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Diabetes mellitus, also der Zuckerkrankheit. Dabei ist der Diabetes mittlerweile eine Volkskrankheit, von der fast 10% aller Menschen in Deutschland betroffen sind. Die Langzeitfolgen des Diabetes sind schwerwiegend. Aufgrund von Diabetes erleidet in Deutschland alle 15 Minuten ein Mensch einen Herzinfarkt, alle 20 Minuten wird jemand amputiert, alle 60 Minuten dialysepflichtig und alle vier Stunden blind.
Entsprechend ist unsere Diabetologie im Klinikum als Querschnittsfach angesiedelt. Wir sind demnach in allen Abteilungen tätig. Unser Ziel ist es dabei, Diabetes zu erkennen und akut zu behandeln, aber auch Diabetikern und Diabetikerinnen alle nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, damit sie im Alltag zurechtkommen und sich vor diesen Diabetes-Folgeschäden schützen können.
Im Rahmen der stationären Behandlung bieten wir intensive Einzelberatung und praktische Übungen. Dazu gehört zum Beispiel das Schätzen der „BE“, das Messen des eigenen Blutzuckers oder das Spritzen von Insulin. Zusätzlich können Sie an strukturierten Gruppenschulungen teilnehmen, die ambulant und/oder stationär angeboten werden.
Eine Besonderheit im Klinikum Bremerhaven ist es, dass sich im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikums eine Praxis für Diabetologie befindet. Dies ermöglicht eine enge Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
Die Infektiologie ist die Lehre von den Infektionskrankheiten. Mit der Entwicklung der Antibiotika vor etwa 100 Jahren glaubte man zunächst, die Infektionskrankheiten als „Geißel der Menschheit“ besiegt zu haben. Tatsächlich sind viele der klassischen Seuchen in den Hintergrund getreten. Außerdem sind die meisten Infekte des Magen-Darm-Trakts oder der oberen Atemwege harmlos und bedürfen meistens keiner besonderen Behandlung. Allerdings können diese Infekte auch schwere Verläufe haben bis zur lebensbedrohlichen Sepsis, umgangssprachlich auch „Blutvergiftung“ genannt. Hier ist rasches Handeln erforderlich.
Eine weitere Herausforderung stellt die angemessene Versorgung von Patienten und Patientinnen dar, die wegen einer nicht-infektiösen Ursache im Krankenhaus sind, z.B. für eine Operation, die aber mit vielfach resistenten Erregern wie MRSA, ESBL, VRE und Carbapenemase-Bildern besiedelt sind. Diese Erreger machen selten krank, ihre Verbreitung muss aber verhindert werden, weil sie, wenn es nötig sein sollte, schwer zu behandeln sind.
Schließlich stellen die im Krankenhaus erworbenen Infektionen (nosokomiale Infektionen) ein großes Problem dar. Dies gilt besonders für Personen, die eine andere schwere Grunderkrankung (z.B. Krebs) haben oder die eine Behandlung erhalten, die ihre Immunabwehr schwächt (z.B. Chemotherapie), und die daher besonders geschützt werden müssen.
An Bedeutung gewonnen haben außerdem die chronischen Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C und HIV, Tropenkrankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber, die Tuberkulose, neue Epidemien wie das Noro-Virus und Infektionen mit Bakterien, die durch den breiten Einsatz von Antibiotika resistent geworden sind.
Im Klinikum Bremerhaven ist die Infektiologie als Querschnittsfach angesiedelt. Die infektiologische Oberärztin Anke Raber ist beratend in allen Fachabteilungen tätig. Die Möglichkeit der direkten Zusammenarbeit mit dem mikrobiologischen Labor des Institutes für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin im Klinikum (Chefarzt Dr. Yaser Hajjar) und der besonderen Expertise der Antibiotic Stewardship der Klinikapotheke (Apotheker Dr. Matthias Haerting) stellt ein Alleinstellungsmerkmal des Klinikums Bremerhaven-Reinkenheide im Elbe-Weser-Raum auf dem Gebiet der Infektiologie dar.
Palliativmedizin ist ein medizinischer Ansatz, der darauf abzielt, die Lebensqualität von Menschen mit schweren, nicht heilbaren Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung zu verbessern. „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“, wie es die Begründerin der modernen Hospizbewegung Cicely Saunders ausdrückt.
Inhaltlich wird die Palliativmedizin meistens der Onkologie zugeordnet, wenn es um die Begleitung von Tumorpatientinnen und -patienten im fortgeschrittenen Stadium geht. Aber auch andere nicht-bösartige Erkrankungen, z.B. der Lunge, der Leber oder des Herzens können im fortgeschrittenen Stadium eine palliativmedizinische Versorgung notwendig machen.
Neben der Kontrolle von beeinträchtigenden Symptomen wie Schmerzen oder Übelkeit/Erbrechen geht es auch, wenn nötig, um psychosoziale, emotionale und spirituelle Unterstützung. Ziel der Behandlung soll auch jetzt sein, die Patientin oder den Patienten bald zu entlassen. Denn wenn mit dem baldigen Tod zu rechnen ist, soll ein Sterben daheim möglich gemacht werden.
In unserer Klinik sind die von den Leitlinien geforderten palliativmedizinischen Versorgungsstrukturen auf der interdisziplinären viszeralonkologischen Station 10A integriert. In wöchentlichen Teamsitzungen werden die Patientinnen und Patienten von Vertretern und Vertreterinnen vieler verschiedener Berufsgruppen mit einer besonderen Qualifikation besprochen.

Einsatz auch für das Klinikum im Ganzen – das ABS-INF-Team
Die infektiologische Kompetenz an der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Infektiologie setzen wir auch für das gesamte Klinikum ein, wenn es um den Infektionsschutz und den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika geht. Dazu existiert am Klinikum das ABS-INF-Team. Es vereint die Expertise aus Infektiologie, Krankenhausapotheke und Krankenhaushygiene und besteht im Kern aus:
- Dr. Matthias Haerting, ABS-Experte und stellvertretender Leiter der Krankenhausapotheke
- Mona Malek, Apothekerin mit Zusatzbezeichnung Infektiologie
- Dr. Anette Neumann, Leiterin der Krankenhaushygiene
- Anke Raber, Infektiologin aus der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Infektiologie
- Prof. Dr. Martin Holtmann, Infektiologe und Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Infektiologie
- Verena Baaske, ABS-Expertin aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
- Dr. Holger Baaske, ABS-Experte aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Das ABS-INF-Team überwacht den Einsatz von Antibiotika im Klinikum, berät im Falle von (hoch-)infektiösen Patienten und Patientinnen sowohl zur Therapie als auch zu infektionseindämmenden Maßnahmen und führt infektiologische Konsile durch.


