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Spendenübergabe, v.l.n.r.: Wilfried Töpfer (1. Vorsitzender des Fördervereins), PD Dr. Oliver Radke (Chefarzt der Anästhesie am KBR), Doris Hoch (2. Vorsitzende des Fördervereins); Foto: Masorat
Entspannung exakt messen und steuern
Der Förderverein spendete rund 3.200 Euro für ein Relaxometriegerät zum Einsatz in der Anästhesie
Die Anästhesie am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide hat vom Förderverein des Klinikums ein Relaxometriegerät im Wert von rund 3.200 Euro erhalten. Damit kann während einer Narkose der Grad der Muskelbetäubung genau gemessen werden, wodurch sich Komplikationen für Patienten vermeiden und bessere Bedingungen für den Chirurgen erzielen lassen.
Das Gerät misst wie eine Art Stromprüfer, ob unter den muskelentspannenden Medikamenten noch elektrische Signale aus dem Bewegungsnerv in den Muskel weitergegeben werden. Dies ist wichtig zu überwachen, denn während der Operation sollen die Muskeln vollständig erschlafft sein – im Mund-Hals-Bereich, damit die künstliche Beatmung nicht behindert wird; und im Operationsgebiet, damit die zu operierenden Organe gut zugänglich sind. Andererseits sollen die Muskeln nach Abschluss der Operation umgehend wieder ihre normale Funktion ausüben. Tut zum Beispiel die feine Schluckmuskulatur dies nicht, können Fremdstoffe in die Lunge gelangen und eine Lungen¬entzündung auslösen. Mit Hilfe des Relaxometers kann der Anästhesist während der Operation die Menge an muskelentspannenden Medikamenten genau dosieren und nach Ende der Operation prüfen, ob die Wirkung schon abgeklungen ist oder mit einem Gegenmittel gestoppt werden muss.
„Ein weiterer Vorteil des neuen Gerätes ist, dass es auch bei fixierten Gliedmaßen funktioniert,“ freut sich PD Dr. med. Oliver C. Radke, Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin. Denn die herkömmlichen Messmethoden setzen einen elektrischen Impuls in den Nerv und lösen eine Bewegung aus, wenn die Muskeln nicht ausreichend betäubt sind; es muss also eine Gliedmaße, üblicherweise eine Hand, frei beweglich gelagert sein. „Bei gynäkologischen Operationen zum Beispiel sind die Arme seitlich am Körper positioniert, so dass diese Art der Messung nicht möglich ist – mit dem neuen, bewegungslosen Relaxometer ist das kein Problem,“ erläutert Radke weiter. Also sei das neue Gerät eine nützliche Ergänzung der apparativen Ausstattung für spezielle Fälle. Dieser Nutzen ist auch für Wilfried Töpfer, Vorstandsvorsitzender des Förderverein Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide e.V., klar verständlich. „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Spende sowohl den Patienten als auch den Ärzten helfen können; mehr Sicherheit, weniger Komplikationen und bessere Bedingungen sind drei überzeugende Argumente für diese Neuanschaffung, die wir gerne unterstützt haben.“