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Aktuelles

Gruppenfoto der Spendenübergabe

Von links nach rechts: Wilfried Töpfer (1. Vorsitzender des Fördervereins), Dr. Susanne Kleinbrahm (Medizinische Geschäftsführerin), Frank Kühl (Kaufmännischer Geschäftsführer), Dr. Klaus Reichstein (vorne sitzend; Chefarzt der Unfallchirurgie), Prof. Dr. Winfried Kurtz (Beisitzer im Förderverein), Doris Hoch (2. Vorsitzende des Fördervereins)

Mit Navi in der Beckenregion operieren

Unsere Unfallchirurgie hat nach einer 3.200 Euro-Spende des Fördervereins eine Navigationshilfe für Operationen an den Beckenknochen angeschafft.

Dieses System mit Knochenmarkern und markierten Operations­instrumenten erhöht ohne große Strahlenbelastung die Sicherheit. Denn es stellt zur Orientierung während der Operation genau dar, wo in Bezug auf empfindliche Blutgefäße und Nerven der Chirurg oder die Chirurgin mit dem Operationsbesteck arbeitet. 

Dr. Klaus Reichstein, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie mit Sektionen Handchirurgie und Plastische Chirurgie, will dieses System zum Beispiel bei Ermüdungsbrüchen am Kreuzbein einsetzen, die bei alten Menschen nicht selten sind. „In der Beckenregion gibt es nur ganz kleine Bereiche, in denen man sicher schneiden kann, ohne Schaden anzurichten“, erläutert er. Diese Bereiche bei jedem Individuum erkennen zu können, um sicher zu operieren, verlange sehr viel Erfahrung – oder technische Unterstützung. „Mit diesem System können wir quasi in den Patienten hineinschauen, wenn wir bohren und Schrauben an Wirbelsäule und Becken platzieren. Das hilft, Fehler zu vermeiden und außerdem das Können an junge Kollegen und Kolleginnen weiter zu vermitteln.“

Dafür sind nur wenige zusätzliche Schritte nötig. Um die Bildgebung zu ermöglichen, werden als erstes feste Markierungspunkte auf den Knochen gesetzt. Ein schnelles Computertomogramm (CT) nimmt in fünf Minuten und mit geringer Strahlendosis ein dreidimensionales Bild des Körpers mitsamt Knochen, Muskeln, Gefäßen, Nerven und Markern auf. Der Computer des Systems berechnet daraus das Bild, das dann wie auf dem Bildschirm eines Navis angezeigt wird. Weil die Operations­instrumente ebenfalls markiert sind, ist ihre genaue Position ebenfalls auf dem Bildschirm zu sehen. So kann die Operateurin oder der Operateur in Echtzeit mitverfolgen, was sich unter der Oberfläche befindet, und eine sichere Instrumentierung wählen. 

Der Nutzen dieser komplexen Technologie hat den Förderverein zur Unterstützung bewegt. „Unser Förderverein zielt auf Verbesserungen am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide, die den Patienten und Patientinnen oder den Mitarbeitenden nutzen“, erklärt Wilfried Töpfer, Vorsitzender des Fördervereins. Bei dieser Spende profitierten beide Gruppen, was ein doppelter Grund zur Förderung sei. Dafür bedankt sich auch der Kaufmännische Geschäftsführer des Klinikums Frank Kühl: „Heutzutage gibt es immer mehr innovative technische Möglichkeiten, die eine große Verbesserung darstellen, aber auch mit hohen Kosten verbunden sind. Wir freuen uns, mit Hilfe des Fördervereins diese moderne Technologie für sicherere Operationen und bessere chirurgische Ausbildung in unserem Klinikum anwenden zu können.“

Dr. Reichstein zeigt Herrn Töpfer anhand eines Skelettmodells die Komponenten des neuen Systems
Zwei Markierungselemente des neuen Systems