Klinik für Radio-Onkologie

Ansprechpartner

Assoc. Prof. (Univ. Istanbul) Dr. med. Halim Aydin
Chefarzt

0471 299-3210

0471 299-3211

Halim.Aydin@klinikum-bremerhaven.de

Moderne Strahlentherapie bildet neben der Chirurgie und der medikamentösen Tumortherapie (Chemo-, Hormon- oder Antikörpertherapie) die dritte Säule in der Krebsbehandlung. Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 450.000 Menschen neu an Krebs und etwa 60% von ihnen brauchen im Verlaufe ihrer Erkrankung eine Strahlenbehandlung. Die moderne Strahlentherapie ist nebenwirkungsarm und sicher. Bei ca. 60% aller Krebsheilungen ist die Strahlentherapie maßgeblich beteiligt und spielt im interdisziplinären Konzept eine wichtige Rolle.

Der Einsatz der Strahlentherapie wird idealerweise in einer interdisziplinäre Tumorbesprechung entschieden (sog. Tumor Board), bei der alle maßgeblichen Fachdisziplinen zugegen sind. Unsere Klinik für Radio-Onkologie ist gemeinsam mit dem MVZ am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide zur Behandlung von ambulanten Patienten an sechs Tumorzentren und acht wöchentlichen Tumorbesprechungen beteiligt, die sowohl im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide als auch in benachbarten Krankenhäusern regelmäßig abgehalten werden. Strahlentherapie kann vor oder nach einer Tumoroperation erfolgen oder in einigen Fällen als alleinige, definitive Therapie. Nicht selten wird die Strahlentherapie gleichzeitig (simultan) mit einer Chemotherapie kombiniert, um die Wirksamkeit der Therapie zu erhöhen. Hierzu steht uns eine Bettenstation im 8. Stock des Krankenhauses zur Verfügung, mit 16 vollstationären und vier tagesstationären Plätzen.

Chefarztsekretariat / Organisation der Ambulanz

Martina Blazek

0471 299-3210 


0471 299-3211 


Martina.Blazek@klinikum-bremerhaven.de

 

Sprechstunden

von 8.00 bis 15.00 Uhr nach Terminvereinbarung

Strahlentherapie wird nicht nur bei der Tumorbehandlung eingesetzt, sondern kann sehr erfolgreich bei einer Reihe benigner (gutartiger) Erkrankungen eingesetzt werden, wobei hier die applizierte Dosis und Anzahl der Bestrahlungen nur einen Bruchteil dessen sind im Vergleich zu einer Tumorbehandlung. Auch in sehr geringen Dosierungen können ionisierende Strahlen die Schmerzen lindern und Entzündungen und Schwellungen reduzieren. Meist werden wenige Sitzungen mit sehr geringen Einzeldosen wie 0,5 Gy eingesetzt. Häufige Indikationen hierfür sind:

  • Schmerzhafte und aktivierte Entzündungen und Arthrosen des Bewegungsapparates,  unter anderem:  a) Fersensporn, b) Kniearthrose, c) Schultersteife (Impigment), d) Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose), e) Bursitis throchanterica, f) Ossifikationsprophylaxe unmittelbar vor- oder nach einer TEP-Operation, g) endokrine Orbitopathie bei M. Basedow.
  • Verhinderung von Gynäkomastie beim Mann bei antiandrogener Therapie.
  • In der Klinik für Radio-Onkologie werden im Jahr ca. 1000 neue Tumorpatienten und ca. 300 Patienten mit benignen (gutartigen) Erkrankungen behandelt.

Leistungsspektrum

Technische Ausstattung

Unsere Abteilung verfügt über folgende moderne Ausstattung:

  • Zwei hochmoderne Linearbeschleuniger  „Oncor Impression und Oncor Expression“ mit 6 bzw. 6 und 18 MV-Photonen, 6- bis 21 MEV Elektronen, Multileaf-Lamellen, IMRT-Technik und digitale On-Board Bildverifikation sowie sog. Cone-Beam CT, mit der auch am Linearbeschleuniger CT-Bilder erzeugt und mit der Simulations-CT überlagert werden, um sehr genaue Positionierung und Bestrahlung zu ermöglichen
  • Ein eigenes Mehrzeiler CT zur Bestrahlungsplanung und virtuelle Simulation.
  • Virtuelle Simulation mit neuester LAP-Dorado Lasertechnik, mit der die Bestrahlungsfelder bereits bei der Vorplanung auf der Haut des Patienten sichtbar gemacht werden können.
  • Bestrahlungsplanungssystem in der neuesten Version, mit der 3-D konformale und IMRT-Pläne vorbereitet werden mit verschiedenen Algorhythmen zur Dosisberechnung.
  • Ein Afterloadinggerät mit 24 Therapiekanälen, mit der nicht nur intraluminale, sondern auch interstitielle Bestrahlungen direkt im Tumor oder im Körper des Patienten möglich sind. Jährlich werden ca. 160 Afterloadingbehandlungen durchgeführt. Die meisten Behandlungen sind intrakavitäre Bestrahlungen im gynäkologischen Bereich bei Endometrium- oder Cervix-Uteri-Ca. Ein weiteres Indikationsgebiet ist die sogenannte Boostbestrahlung (Aufsättigung) bei Analkarzinom oder bei Speiseröhrenkrebs.
  • Zahlreiche Dosismess- und Kalibriersysteme zwecks Qualitätssicherung. Die Leistungen der beiden Linearbeschleuniger werden täglich, wöchentlich und auch monatlich geprüft. Bei dem bundesweiten Vergleich der Messergebnisse der Strahlentherapieinstitute im Frühjahr 2013 nahm unsere Klinik die Spitzenposition bezüglich der Dosisgenauigkeit ein.

Weitere Perspektiven

  • Ein Anbau mit einem dritten Top-Linearbeschleuniger wird 2016 realisiert, um dem Bedarf gerecht zu werden und das Therapiespektrum zu erweitern. Fertigstellung ist für Herbst 2016 vorgesehen und wir wollen dann auch speziellere Strahlentherapiemethoden wie:
  • IMRT-Fluenzbestrahlungen in Bewegungsmodus mit wesentlich kürzeren Therapiezeiten,
  • stereotaktische Bestrahlungen im Kopf- und Körperbereich und auch die sogenannte,
  • IGRT-Technik (Bildgeführte Bestrahlung) einführen, mit der die beweglichen Tumoren (Beispiel Lungenkrebs) wesentlich genauer und effektiver behandelt werden können.