Neuroradiologie

Die Neuroradiologie ist die spezialisierte Röntgenologie des Gehirns, der Wirbelsäule und der peripheren Nerven. Ein Neuroradiologe ist ein Röntgenarzt, der sich über 2 Jahre in der Bildgebung und minimal invasiven (interventionellen) Behandlung neurologischer, neurochirurgischer und psychiatrischer Krankheitsbilder weitergebildet und eine Prüfung zum Neuroradiologen vor der Ärztekammer bestanden hat. In unserem Institut sind zwei Neuroradiologen tätig.

In der diagnostischen Neuroradiologie werden unter Einsatz vor allem von Schnittbildverfahren wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomograpie (MRT) Diagnosen gestellt. Im Folgenden einige Beispiele:

Chefarztsekretariat

Kerstin Beutler

0471 299-3230


0471 299 3530


Radiologie@klinikum-bremerhaven.de

1. Computertomographie

  • Ausschluss von Blutungen (spontan oder nach Verletzungen)
  • Frühdiagnostik von Schlaganfällen im Lysefenster (4,5 Stunden nach Symptombeginn) inklusive Darstellung der hirnversorgenden Gefäße vor der sofortigen minimal invasiven Entfernung eines verschließenden Blutgerinnsels (mechanische Thrombektomie)
  • Untersuchung des Schädels und der Wirbelsäule nach Unfällen (Frage nach Blutung oder Fraktur)
  • Basisuntersuchung bei unklaren Erkrankungen des Gehirns, insbesondere beim älteren Patienten

2. Magnetresonanztomographie

Der in unserem Institut installierte 3 Tesla Hochfeld-Scanner ist der einzige seiner Art in Bremerhaven und Umgebung. Mit diesem Gerät können neuroradiologische Fragestellungen exakter als mit den üblichen 1,5 Tesla-Geräten beantwortet werden. Dies betrifft insbesondere zu bei:

  • Erstuntersuchung zur Beurteilung von Hirntumoren sowie Folgeuntersuchung
  • Chronisch-entzündliche Hirnerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose)
  • Hochauflösende Darstellung der Hirngefäße innerhalb des Schädels für die Darstellung von kleinen Hirnarterienaussackungen (Aneurysma) oder arterio-venösen Fehlbildungen (AVM) oder Verbindungen zwischen Arterien unter der Kopfhaut und inneren Hirnvenen (Fisteln). Solche Erkrankungen können lebensgefährliche Blutungen hervorrufen und müssen behandelt werden
  • Einschätzung von Hirnfehlbildungen bei Kindern bzw. Säuglingen
  • Abklärung von Krampfanfällen (Epilepsie)
  • Abklärung einer Demenz (z.B. Alzheimer-Demenz)
  • Abklärung von Lähmungen und Schmerzen durch Untersuchungen der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenvorfall)

Die Interventionelle Neuroradiologie umfasst die minimal invasive (gering in den Körper eingreifende) Behandlung von Erkrankungen des Gehirns und der Wirbelsäule:

  1. Verödung (Embolisation) von Aussackungen (Aneurysmen) der Hirnarterien mittels Platinspiralen über einen Nadelzugang in der Leiste
  2. Verödung von Kurzschlüssen zwischen Arterien und Venen des Gehirns mittels verschließenden Flüssigkeiten
  3. Entfernung von Blutgerinnseln in Hirnarterien, die zu einem Schlaganfall geführt haben. Dies hat vor allem dann Erfolg, wenn es innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Symptombeginn wiederrum über einen kleinen Leistenzugang durchgeführt wird
  4. Behandlung von Einengungen der hirnversorgenden Arterien mittels Ballonaufdehnung und/oder Stent
  5. Stabilisierung von Wirbelsäulenbrüchen mittels Knochenzement, der unter lokaler Betäubung durch einen kleinen Zugang in den Wirbelkörper eingebracht wird und ein weiter fortschreitendes Zusammenbrechen minimiert und so zu einem Rückgang der Schmerzen führt