Behandlung eines Kreuzbandrisses

Kniegelenkverletzungen und ihre Behandlung – Beispiel: Kreuzbandverletzungen

„Als mir der Gegenspieler von hinten ins Kniegelenk reingrätschte, wusste ich, das wird heftig!“

Patient Florian C. ist Fußballspieler und wurde beim Spiel verletzt. Die Diagnose im Magnetresonanztomografen (MRT) ergab ein gerissenes vorderes Kreuzband. Um Folgeschäden gering zu halten und das Gelenk wieder zu stabilisieren, empfehlen wir bei aktiven Patienten eine Operation mit Ersatz des vorderen Kreuzbandes durch körpereigenes Sehnengewebe. Der ideale OP-Zeitpunkt bei isolierten Kreuzbandverletzungen ist dann, wenn Weichteilschwellung und Erguss zurückgehen und das Knie schmerzfrei beweglich ist. Das kann durchaus einige Wochen nach dem Unfall sein. Krankengymnastik und Lymphdrainage helfen enorm, diesen Zustand bedeutend rascher zu erreichen. Keinesfalls aber sollte das Gelenk wochenlang ruhig gestellt sein.

Bei der Operation wird zunächst eine Arthroskopie durchgeführt, um die Diagnose zu sichern und eventuelle Begleitverletzungen (z.B. einen Meniskusriß) zu versorgen. Das zerrissene vordere Kreuzband wird entfernt. Dann wird über einen gesonderten, ca. 3 - 4 cm langen Schnitt am Knie eine Sehne entnommen. In der Regel sind dies die Sehnen des Semitendinosus- und des Gracilismuskels oder auch ein Teil der Kniescheibensehne (Patellarsehne).

Über exakt ausgemessene und platzierte Bohrkanäle in kniegelenknahem Oberschenkel- und Schienbeinknochen wird dann das sogenannte Sehnentransplantat ins Kniegelenk eingezogen und fixiert, so dass das Sehnengewebe im Laufe der folgenden Monate fest in den Knochen einwachsen kann. Zur Fixation verwenden wir im Schienbeinknochen eine bioresorbierbare Schraube und im Oberschenkelknochen eine Kunstfaserschlaufe mit kleinem Metallplättchen (ACL-tightropeR). Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist eine konsequente physiotherapeutische Nachbehandlung, die Krankengymnastik (zunächst Bewegungsübungen, dann Muskelkräftigung und Koordination mit Anleitung zu Eigenübungen), mit Manualtherpaie und Lymphdrainage. Mit Joggen auf ebenem Untergrund sollte frühestens nach 12 Wochen, mit Kontaktsportarten wie Fußball frühestens nach 6 Monaten, begonnen werden.

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