Interventionelle Radiologie

Die Interventionelle Radiologie nutzt minimal invasive, das heißt gering in den Körper eingreifende Methoden, um Krankheiten in fast jedem Organsystem zu behandeln. Die Anwendung minimal invasiver Methoden verringert Komplikationen, die Aufenthaltsdauer des Patienten im Krankenhaus und kann zu einer verbesserten Lebensqualität nach dem Eingriff führen. So können bildgestützt eine Vielzahl von Erkrankungen des Gefäßsystems, des Verdauungssystems, der Leber und des Gallensystems, der Lunge, der Nieren und der ableitenden Harnwege sowie des Bewegungsapparates und des zentralen Nervensystems behandelt werden. Für die bildgestützten Eingriffe werden vor allem die Angiographie, die Computertomographie und der Ultraschall genutzt.

Das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin ist als Ausbildungsstätte und der Chefarzt als Ausbilder der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und Minimalinvasive Therapie (DeGIR) zertifiziert (Stufe 3, Module A-D). Zusätzlich hat der Chefarzt die europäische Prüfung für Interventionelle Radiologie (EBIR) vor der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (ESR) erfolgreich abgelegt.

Das Institut nimmt an einem Qualitätssicherungsprogramm dieser Gesellschaft teil. Die Daten aller hier durchgeführten Eingriffe werden zur Qualitätskontrolle anonymisiert und in eine externe Datenbank der DeGIR eingegeben. So können erhöhte Komplikationsraten oder schlechte Ergebnisse zeitnah erkannt und erfasst werden, um schnell auf eine Qualitätsverschlechterung reagieren zu können.

Chefarztsekretariat

Kerstin Beutler

0471 299-3230


0471 299 3530


Radiologie@klinikum-bremerhaven.de

Eingriffe in der Interventionellen Radiologie unseres Institutes sind unter anderem:

  1. Ballonaufdehnung oder Stent-Behandlung am Becken oder an den Beinen bei der Schaufensterkrankheit
  1. Minimal invasive Behandlung bei Krebspatienten, z.B. an der Leber (transarterielle Chemoembolisation – TACE oder Mikrowellenablation)
  1. Behandlung eines Aneurysmas der Hauptbauchschlagader des Bauch- oder Brustraumes mittels Aortenstentgraft
  1. Präoperative Embolisation von Tumoren (z.B. Glomus-jugulare Tumore, hypervaskularisierte Metastasen)
  1. Minimal invasive Katheterbehandlungen nicht beherrschbarer Blutungen (z.B. gastrointestinal, pulmonal)
  1. Uterusmyomembolisation: kathetergestützte, gebärmuttererhaltende Verödung von Myomen mit kleinen Partikeln, die die ernährenden Arterien verschließen. Die Entfernung der Gebärmutter kann somit vermieden werden. Das Verfahren kann sowohl vor als auch nach den Wechseljahren angewandt werden. Nicht alle, aber ein großer Teil der prämenopausalen Patientinnen kann nach der Behandlung noch gesunde Kinder zur Welt bringen.
  1. Mittels Computertomographie navigierte Gewebeprobenentnahme (CT-gestützte Biopsie) in allen Körperregionen, bei günstiger Lage auch weniger aufwendig und strahlensparend unter Verwendung von Ultraschall
  1. CT-gestützte Drainage von Abszessen vor allem im Bauchraum, aber auch anderen Körperregionen
  1. CT-gestützte präoperative Drahtmarkierungen, z.B. unklarer Lungenherde
  1. Behandlung von (teil-)verschlossenen Dialyseshunts
  1. Intra- und extrakranielle neuroradiologische Interventionen (werden im Kapitel Neuroradiologie abgehandelt)